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Nachhaltigkeit als Chance

Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich?

 

Im privaten Bereich kann man sich relativ viel darunter vorstellen. Es geht ums Reduzieren, Recyclen, Wiederverwenden. Meiner Meinung nach auch um Achtsamkeit. Wir haben z.B. binnen weniger Jahre gelernt, so weit es geht auf Plastiktüten zu verzichten und binden diese Entscheidung immer wieder aktiv in unser Leben ein, wenn wir an der Supermarktkasse voller Stolz den selbst mitgebrachten wiederverwendbaren Beutel zücken um unsere Einkäufe zu verstauen. Vielleicht achten wir aber beim Neukauf elektronischer Geräte auf Energieeffizienz oder entscheiden uns bewusst für eine vegetarische oder vegane Lebensweise, um den vorangegangenen Generationen vor uns zu zeigen, dass täglicher Fleischkonsum weder für Gesundheit noch Umwelt gut sind?

 

Soweit so gut. Doch können wir im Segment Investitionen & Geldanlage auch mit gewissen Verhaltensweisen "die Welt verändern" und mit Positionen im persönlichen Depot unser Bekenntnis zur Nachhaltigkeit aktiv ausdrücken? Die Antwort lautet inzwischen: ja, das können wir!

 

Nachhaltige Ziele & Schwerpunkte in der Geldanlage

Können Anleger zum Beispiel die CO2-Intensität ihres Portfolios reduzieren, ihr Portfolio gleichzeitig breit diversifizieren und höhere erwartete Renditen anstreben? Nachhaltigkeitsprobleme gibt es viele, und sie unterscheiden sich in ihrer Bedeutung und in ihren Auswirkungen voneinander. Anleger müssen also auch entscheiden, welche Nachhaltigkeitskriterien sie in ihrem Portfolio abbilden möchten. Schenkt man den den Klimawissenschaftlern Gehör, so spielt z.B. der Ausstoß von Treibhausgasemissionen eine elementare Rolle. 

 

Nachhaltigkeitsstrategie im Fonds

Man kann z.B. Fonds auswählen und in das persönliche Portfolio mit einbetten, die eine bestimmte Strategie verfolgen. Nehmen wir einmal einen Beispielfonds, der sich der Reduzierung von Treibhausgasemissionen und auch themenverwandten Nachhaltigkeitskriterien wie Landnutzung, Giftmüllproduktion und Wassermanagement gewidmet hat. Was passiert hier also von Seiten des Emittenten?

 

Anhand eines emissionsbasierten Nachhaltigkeits-Bewertungssystems werden Unternehmen gezielt nach ökologischen Faktoren miteinander vergleichen. Sie analysieren alle Unternehmen in ihrem Portfolio und innerhalb einzelner Sektoren. Wenn sie zum Beispiel die Ausrichtung zu Treibhausgasemissionen und potenziellen Emissionen aus fossilen Brennstoffreserven in einem Portfolio reduzieren wollen, dann können sie die Unternehmen mit den höchsten Emissionen aus allen Sektoren entweder untergewichten oder ganz ausschließen. Durch einen solchen sektorübergreifenden Vergleich kann der Fondsanbieter Treibhausgasemissionen pro Geldeinheit Umsatz der Unternehmen in deren Portfolios sowohl effizient als auch deutlich reduzieren. Weiters können sie das Nachhaltigkeitsprofil eines Unternehmens mit Wettbewerbern im jeweiligen Sektor vergleichen und so branchenführende Unternehmen über- sowie Unternehmen mit einer schwachen Ökobilanz untergewichten bzw. ausschließen.

 

Ganz schön spannend, was eigentlich erst einmal passieren muss, bis ein Fonds korrekt gewichtet und ausgelotet ist. Der Endverbraucher sieht ja immer nur eine WKN-Nummer und einen Prospekt, doch es ist sinnvoll, sich auch mit dem "Bau" und den weiterführenden Hintergrundinformationen zu beschäftigen.

 

 

Stichwort "Green new deal"/"Agenda 2030" - muss das Portfolio jetzt komplett grün sein?

Wer schon ein Depot aufgebaut hat, und bei seiner ersten Konstruktion noch nicht auf solcherlei Kriterien geachtet hat, fragt sich nun sicherlich, ob die damalige Auswahl eigentlich noch zeitgemäß und zukunftssicher ist. Wirft man einen Blick auf die Agenda 2030, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung herausgegeben wurde, wird hier schnell deutlich, dass die Zukunft in Richtung Nachhaltigkeit geht. Daher ist zu sagen, dass sowohl für Bestandsdepots, als auch für die Konstruktion neuer Depots eine neue Denkweise angewendet werden muss. Das heißt nicht, dass man sein bisheriges Depot komplett austauschen sollte, aber es kann durchaus Sinn machen, die ein oder andere Position mit nachhaltigen Fonds zu erweitern. 

 

Wie finde ich den passenden Fonds und nach welchen Kriterien gehe ich vor?

Auch diese Frage ist höchst individuell. Ein paar grobe Anhaltspunkte kann ich dir aber schon jetzt mit auf den Weg geben:

 

- Gibt es bestimmte Themen die dir persönlich am Herzen liegen, z.B. Trinkwasser/CO2 Emissionen/Ethische Kriterien?

- Gesamtkosten: aktiv gemanagter Fonds oder ETF?

- Betreuung und Beratung ja/nein?

- Denke auch daran, dass du ja auch mit Versicherungen Geld anlegen kannst (z.B. Riester, Lebensversicherung, Lebensversicherung mit Airbag-Funktion) etc. beachte bitte alles als ein Gesamtkonstrukt und wählte nicht für alle Produkte z.B. den gleichen Fonds/die gleichen Themen aus.

 

Letztlich ist es natürlich immer eine individuelle Angelegenheit, bei der ich dir auf jeden Fall eine unabhängige Beratung bei mir oder bei den vielen unabhängigen Maklerkollegen- und Kolleginnen empfehle, die ebenfalls im Bereich der Geldanlage tätig sind. 

 

Egal wie ihr es macht, ich wünsche euch viel Spaß bei eurer grünen, neuen Depotkonstruktion!

 

eure Andrea

#nerdfinanz